Die glatte, glasartige Oberfläche von weißem Porzellan nimmt keine Öle oder Tannine auf wie normale Ton- oder unglasierte Keramik, wodurch die Aromen während des Teeaufgusses rein bleiben. Da Porzellan aus anorganischen Materialien hergestellt wird, reagiert es nicht mit den empfindlichen Duftmolekülen, die in hochwertigen Tees vorkommen. Untersuchungen zeigen, dass Keramiktassen tatsächlich etwa 17 Prozent mehr dieser geruchsbildenden Chemikalien behalten als andere Materialien mit winzigen Poren oder reaktiven Oberflächen. Es entstehen auch keine seltsamen Geschmäcker durch absorbierte Rückstände, da es buchstäblich keine Poren gibt, die etwas einschließen könnten.

Die thermischen Eigenschaften von Porzellan, etwa 0,5 bis 0,7 mm² pro Sekunde, tragen wesentlich zu einer effektiven Wärmeleitung bei. Dünne Wände erwärmen sich zunächst schnell, doch was Porzellan besonders macht, ist, wie sein Kaolin-Gehalt die Wassertemperatur zwischen 65 und 80 Grad Celsius für etwa 40 % länger hält als bei gewöhnlichem Steinzeug. Dieser einzigartige Ausgleich verhindert plötzliche Temperatursprünge, die empfindliche Aromen beeinträchtigen können – besonders wichtig beim Zubereiten von grünem Tee. Außerdem ermöglicht es, dass sich im Laufe der Zeit verschiedene Duarschichten entfalten, beginnend mit hellen Zitrusnoten und allmählich reichere, erdige Töne entstehen, während der Tee zieht.
Wenn ein Glas einen Rand zwischen 32 und 38 Millimetern Breite hat, bildet es tatsächlich einen sogenannten Dampfkanal, der flüchtige Verbindungen einfängt und gezielt in unseren Nasenbereich leitet, wo wir Gerüche wahrnehmen. Untersuchungen zeigen, dass diese spezifische Form bestimmte subtile Aromen stärker zur Geltung bringt als üblich. Denken Sie an die zarten Blumendüfte im Jasmin-Tee oder die frischen Grasnoten im Silver-Needle-Weißtee – diese können um 30 bis 40 Prozent intensiver werden, wenn sie in Gläsern mit schmalerem Rand serviert werden. Breitere Ränder lassen all diese schönen Düfte einfach entweichen und verdünnen, bevor sie überhaupt unsere Nase erreichen, wodurch das gesamte Erlebnis weniger intensiv wird.
Flache Schalen lassen eine größere Oberfläche frei, wodurch flüchtige Stoffe schneller freigesetzt werden. Tiefer gestaltete Tassen mit einer Höhe von etwa 40 bis 50 mm und einem Aufweitungswinkel von rund 20 Grad erzeugen eine angenehme, aufsteigende Warmluftzirkulation. Diese Luftströmungen heben tatsächlich jene leichteren, intensiveren Terpene an, die für das frische Geschmackserlebnis des ersten Schlucks sorgen, und leiten sie direkt zu unserer Nase. Im Vergleich zu herkömmlichen geraden Tassen beschleunigt diese aufgeweitete Form die Aromawahrnehmung um etwa 15 %. Das bedeutet, dass unser Geruchssinn bereits vollständig aktiviert wird, bevor wir überhaupt probieren, wodurch das gesamte Erlebnis deutlich angenehmer wird.
Die zarten Aromen, die weiße und grüne Tees charakterisieren, stammen von empfindlichen flüchtigen Verbindungen wie Linalool und Geraniol, die diesen Aufgüssen ihre typischen blumigen, grasartigen Noten und subtilen Zitrusnuancen verleihen. Leider zersetzen sich diese Verbindungen schnell bei hohen Temperaturen oder in Kontakt mit reaktiven Oberflächen. Hier macht weißes Porzellan den entscheidenden Unterschied aus. Die glatte, nicht poröse Oberfläche des Keramikmaterials verhindert unerwünschte chemische Reaktionen, und seine thermischen Eigenschaften halten die Wassertemperatur zwischen 70 und 80 Grad Celsius – ideal, um jene wertvollen Aromastoffe freizusetzen, ohne sie zu verbrennen. Studien deuten darauf hin, dass mit dieser Zubereitung etwa 20–25 % mehr dieser feinen Aromen erhalten bleiben können im Vergleich zu traditionellem Steingut, wodurch der Tee geschmacklich komplexer und ursprünglicher wirkt. Außerdem gibt es einen psychologischen Effekt, wenn man die klare Flüssigkeit in der Porzellankanne sieht. Wenn wir diese helle goldene Farbe betrachten, assoziiert unser Gehirn frische Blätter und klare Bergluft, wodurch unsere Sinne subtil auf ein intensiveres Aromaerlebnis vorbereitet werden – noch bevor wir einen Schluck genommen haben.
Das helle weiße Aussehen und die glatte, glänzende Oberfläche von Porzellan sorgen beim Teegenuss für eine ansprechende Optik. Die Art und Weise, wie es Licht reflektiert, lässt die Farben des Tees stärker zur Geltung kommen und heller erscheinen. Studien zur menschlichen Sinneswahrnehmung zeigen, dass starke visuelle Reize unsere Geruchswahrnehmung beim Trinken von Getränken um etwa 30 % steigern können. Helligkeit signalisiert dem Gehirn offenbar frische Zutaten, wodurch wir uns besser auf die Wahrnehmung unterschiedlicher Düfte einstellen können. Wenn das, was wir sehen, mit dem, was wir riechen, übereinstimmt – zum Beispiel einen klaren Tee sehen und dann dessen Aroma riechen – entsteht ein intensiveres Gesamterlebnis. Diese Verbindung zwischen Sehen und Riechen ist der Grund, warum viele Teeliebhaber Porzellantassen bevorzugen, um ein vollständigeres Geschmackserlebnis zu genießen.